18.03.09 Pinneberger Tageblatt
Feiern mit den "Fans"

150 Gratulanten beim 60. Geburtstag von Bürgermeister Günther Hildebrand - und jeden begrüßte er persönlich: Vielleicht hat der FDP-Politiker deshalb einen so großen "Fan-Club".


Der "Innenverteidiger" feierte seinen Ehrentag im großen Stil. Eine halbe Stunde lang hatten 150 "Fans" in der Warteschlange ausgeharrt, um ihm zu gratulieren. Seine Frau blickte ihn stolz aus dem Publikum an, Freunde und Kritiker gleichermaßen bedachten ihn in ihren Festreden mit Lob. "Unverzichtbar fürs Team", nannten sie ihn. Fair, besonnen in kritischen Situationen, ein Stratege, ohne dessen Qualitäten der "Verein" kein Spiel gewinnen könne. Es war der 60. Geburtstag des FDP-Politikers Günther Hildebrand. Und seine Gäste aus Kommunal- und Landespolitik, Gesellschaft, Freundes- und Familienkreis schmunzelten über den Fußballer-Vergleich, den der CDU-Landesfraktionschef Johann Wadephul gezogen hatte.

Von wegen Abwehrspieler: Die meisten Laudatoren beschrieben Hildebrand als Mann der Offensive. Er punkte für den "FC Landtag", als Bürgermeister Ellerbeks bestimmt er die Kommunalpolitik mit. Auch als Geschäftsführer des Lesezirkels Krumbeck und in der Familie "will er Dinge bewegen", sagte Jürgen Koppelin, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Bruno Empen, Ex-Schulleiter und Ellerbeker Original, desillusionierte Christdemokrat Wadephul endgültig: "Günther ist leidenschaftlicher Handballer, genau wie ich."

Zu dem festlichen Empfang hatte die Landes-FDP in den Spiegelsaal eingeladen. Den Ellerbekern allerdings verdankte es Hildebrand, dass das Stelldichein nicht zum steifen Politiker-Treffen, sondern zu einem sehr persönlichen Fest geriet. Sohn Peer übernahm die Moderation, Enkelin Annika trat selbst ans Mikrofon, um den Auftritt der jüngsten "Fans" anzukündigen. Inbrünstig schmetterten insgesamt 60 Kindergarten- und Schulkinder Rolf-Zuckowski-Klassiker, gratulierten artig und überreichten Rosen und Tulpen, bevor Kindergartenleiterin Ellen Heidecker und Rektorin Maria Leipold sie wieder aus dem überfüllten Saal lotsten. "Ich bin gerührt", gab Hildebrand zu.

Bewegt wirkte das Geburtstagskind noch häufiger an diesem Tag, etwa wenn Redner seinen Werdegang skizzierten. Aber auch ausgelassen, als er am Tisch mit Ehefrau Regine und mit seinen Gästen scherzte - Wadephul, Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher (CDU), Koppelin und Parteikollege Wolfgang Kubicki, Chef der FDP-Landtagsfraktion. Der bezog die gute Stimmung nicht nur auf die Feierrunde, sondern auch auf die politische Zukunft: "Es gibt schlechtere Zeiten für einen Liberalen, um seinen Geburtstag zu feiern", sagte er. Nach aktuellen Umfrageergebnissen liege die FDP in Schleswig-Holstein bei 14 Prozent Stimmanteil. Wählergunst - ein schönes Geburtstagsgeschenk. Unionspolitiker Wadephul äußerte prompt eine Bitte: "Vergesst uns nicht." Der Christdemokrat hatte sich in seiner Rede klar für eine schwarz-gelbe Koalition auf Landesebene ausgesprochen.

Andere vergessen - das liegt offensichtlich nicht in Hildebrands Natur. Wie ein Fußballstar bei der Autogrammstunde hatte er mit jedem Gratulanten persönliche Worte gewechselt - damit seine"Fans"auch ihm treu bleiben. "Fans"

von Natalie Kordowski

Hildebrands Enkelin Annika
zu "Opas 60. Geburtstag"